Bad Lauterberg. Was macht mich eigentlich stark? Wie fühlt sich Mut an? Und was kann ich tun, wenn es mit einem anderen Kind plötzlich Streit gibt? Beim Präventionsprogramm „1000 Schätze“ gehen Schüler*innen genau solchen Fragen spielerisch auf den Grund: Mit Rollenspielen, kreativen Übungen und Gesprächen entdecken sie in zehn Modulen über das Schuljahr verteilt ihre eigenen Schätze wie Selbstvertrauen, Empathie, Resilienz und die Fähigkeit, Probleme zu lösen. Lisa Burgardt von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention in Osterode hat die Inhalte von „1000 Schätze“ an drei Grundschulen im Harzer Land vermittelt – an der Grundschule am Hausberg in Bad Lauterberg, Pöhlde sowie Eisdorf-Gittelde. „Die Idee ist, dass die Kinder ihre eigenen Schätze entdecken – also Fähigkeiten und Stärken, die bereits in ihnen stecken“, erklärt Burgardt. Spielerisch lernen die Kinder, Gefühle zu erkennen und auszudrücken, Konflikte fair zu lösen, respektvoll miteinander umzugehen, ihre eigene Achtsamkeit zu schulen und gute Entscheidungen zu treffen. Ein kreatives Begleitheft zum Malen und weitere Materialien machen die Themen für die Kinder greifbar. So wird aus Prävention kein trockener Unterricht, sondern eine Entdeckungsreise zu den eigenen Stärken.
Im Mittelpunkt standen dabei überwiegend die ersten Klassen. Die Kosten für das Programm, das bereits 2017/18 erstmals in Niedersachsen erprobt und kontinuierlich weiterentwickelt wurde, wurden in diesem Fall von der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) übernommen.
Lisa Burgardt schulte die pädagogischen Fachkräfte vor Ort und zeigte ihnen, wie sie das Programm in den Schulalltag integrieren können. Und auch wenn die eigentliche Schulung inzwischen abgeschlossen ist, geht es für die Kinder weiter: Die Klassen arbeiten weiterhin mit den Inhalten von „1000 Schätze“, wie zum Beispiel einem Begleitheft, in dem zu unterschiedlichen Themen kreativ gemalt werden darf.
„Uns ist wichtig, dass die Kinder die Inhalte nicht nur einmal kennenlernen, sondern sie immer wieder im Alltag aufgreifen können“, sagt Burgardt. Auch die Eltern werden dabei involviert – dazu soll es Elterntreffs an den Schulen geben. Deshalb ist „1000 Schätze“ auch nicht als einmalige Aktion gedacht. Die Inhalte werden in den Schulalltag eingebunden und können von den Lehr- und Fachkräften immer wieder aufgegriffen werden.
Dabei geht es nicht nur um einzelne Kinder, sondern auch um das Miteinander in der Klasse. Respekt, Empathie und Zusammenhalt sollen gestärkt werden. Gleichzeitig werden die pädagogischen Fachkräfte dabei unterstützt, die soziale und emotionale Entwicklung der Kinder nachhaltig zu begleiten. So geht die Schatzsuche weiter – mitten im Klassenzimmer, auf dem Schulhof und überall dort, wo Kinder gemeinsam lernen, wachsen und herausfinden, was in ihnen steckt.
M.Spillner