Nicht nur aus eigener Kraft laufen

Nachricht Bartolfelde, 20. Mai 2026

Einführung von Simon Burger als Pastor in Barbis, Osterhagen und Bartolfelde

@C.Dolle

Erst kürzlich lief Simon Burger wieder einen Halbmarathon. Dabei stellte er fest, dass es unweigerlich Punkte gibt, an denen die Kraft nachlässt. Hier ist es dann nicht mehr nur das eigene Durchhaltevermögen, es sind auch die anderen, die uns durchhalten lassen. Diejenigen, die mitlaufen, die vielen Helfer, aber auch die Menschen am Straßenrand, die motivieren.

So wie diesen Marathon will er auch seine Stelle als Pastor in Barbis, Osterhagen und Bartolfelde betrachten. Er komme nicht als der neue starke Pastor, der alles lösen wird, sagte er, sondern als jemand, der auf lange Distanz mit den Menschen mitläuft. „Gott wirkt nicht nur durch die Starken, sondern durch jeden“, machte er deutlich.

Am vergangenen Sonntag wurde Simon Burger in Bartolfelde in sein neues Amt eingeführt, womit dort die Zeit der Vakanz endet und ein neuer Abschnitt beginnt. „Ich darf einen neuen Pastor einführen, den ihr doch schon alle bestens kennt“, sagte Superintendentin Ulrike Schimmelpfeng. Genau daher passe es aber „so organisch“. Seit 11 Jahren ist Simon Burger jetzt im Südharz, zunächst in Steina, in den letzten Jahren wurde er vor allem als Jugendpastor wahrgenommen, sorgte dafür, dass die Jugendkirche Paulus weit über die Grenzen des Kirchenkreises hinaus bekannt geworden ist.

Er sei dankbar, dass er sie mit aufbauen durfte, betonte Simon Burger, aber weiß, dass es jetzt auch an der Zeit ist, die Jugendlichen von alleine laufen zu lassen, um im Bild zu bleiben. Ganz alleine sind sie ja nicht, denn mit Marius Bergmann ist als Erzieher jemand da, der auch von Anfang an dabei ist. Simon gibt die JuKi also in gute Hände ab. „Wenn es gelingt, dass du dich zurückziehen kannst und weißt, dass es gut weitergeht, ist das ein sehr gutes Gefühl“, sagt Simon Burger und darf zu Recht ein wenig stolz auf sich sein für das, was er da auf den Weg gebracht hat.

Gemeinde braucht ihre Mitglieder, betonte auch Ulrike Schimmelpfeng, nur dann kann kirchliches Leben gelingen. „Denn bei dir Gott, ist die Quelle des Lebens“, zitierte sie aus der Bibel, doch es seien Menschen vor Ort, die die Kirche gestalten und den Glauben leben. So rief sie zur offiziellen Einführung die Kinder nach vorne, um sich bei der vollen Kirche aus der Nähe anzusehen, wie das eigentlich funktioniert mit dem Segen.

Im Anschluss an den Gottesdienst lud der neue Pastor seine Gemeinde draußen zum Beisammensein ein, es gab einige Grußworte und viele persönliche Gespräche, also tatsächlich das zuvor theoretisch besprochene Miteinander. Einen Halbmarathon mussten jetzt höchstens die Helferinnen und Helfer laufen, die für die vielen Gäste, die noch blieben für Kaffee- und Kuchen-Nachschub sorgten.

C.Dolle