Kirche ist immer für die Menschen da

Nachricht Kirchenkreis, 18. März 2026

Aus der Sitzung der Kirchenkreissynode Harzer Land

@C.Dolle

Er mag Zahlen lieber als Buchstaben, isst lieber Harzer Roller als Zuckerkuchen und hört lieber Musik als dass er selbst singt. Singen gehört auch nicht zu den Aufgaben eines Kirchenamtsleiters, da hat Tobias Grote Glück gehabt. In der jüngsten Sitzung der Kirchenkreissynode des Kirchenkreises Harzer Land stellte er sich vor und berichtete von seinen ersten Arbeitswochen im neuen Job.

Zuvor arbeitete er bei der deutschen Rentenversicherung und in der Verwaltung des Landkreises Northeim, auch dort in leitender Position. „Die Themen in der Kirche unterscheiden sich gar nicht so sehr von denen in der Kommunalverwaltung“, stellte er fest. Allerdings habe er einige neue Abkürzungen lernen müssen, so beispielsweise, dass LKA nichts mit Polizei zu tun hat, sondern für das Landeskirchenamt steht.

Ebenfalls stellte sich die Notfallseelsorge vor, auch wenn die natürlich nicht neu im Harzer Land ist. Vielmehr ist sie seit Jahren professionell eingespielt, gut vernetzt und immer dann im Einsatz, wenn Menschen in besonders tragischen Situationen Unterstützung brauchen. Die häufigten Einsätze seien gar nicht wie oft vermutet Unfälle, berichtete Elisabeth Hille, sondern Tode im häuslichen Bereich. Sobald die Todesursache nicht eindeutig ist, wird nämlich die Polizei eingeschaltet und dann ist es oft nötig, Angehörigen die Situation zu erläutern und sie seelisch aufzufangen.

Elisabeth Hille und Horst Reinecke berichteten über einige anonymisierte Fälle und machten deutlich, dass es manchmal kleine Einsätze sind, die aber eine größere Geschichte nach sich ziehen, dass es ebenso aber auch Fälle gibt, die sich zum Positiven wenden und somit im Nachhinein sogar stärken können. Das gelte insbesondere dann, wenn Menschen sich nach längerer Zeit noch für die Hilfe bedanken und somit deutlich wird, wie wichtig die Arbeit der Notfallseelsorge ist.

In der Sitzung wurden auch einige Beschlüsse gefasst. So ging es um eine Musikerstelle für Bad Sachsa, die aber in Zukunft ohnehin neu ins Auge gefasst werden muss, so dass der Antrag einstimmig abgelehnt wurde. Einstimmig angenommen wurde hingegen eine Eingabe an die Landessynode für eine weitere Stelle beim Amt für Bau und Kunstpflege. Letztere soll dazu führen, dass der Berg an Arbeit, wie Pastor Uwe Brinkmann es beschrieb, schneller abgearbeitet werden kann, ohne jedes Mal externe Architekten zu beauftragen, was deutlich teurer sei.

Für den Umweltausschuss erläuterte Rainer Bremer die Bedeutung des Klimaschutzes in allen Gemeinden, da Maßnahmen zum Energieeinsparen nicht etwa Greenwashing, sondern Bewahrung der Schöpfung und tatsächlich auch wirtschaftlicher sind. Das Strategiepapier, das im Ausschuss erarbeitet wird, sei fast fertig, so dass es bald in der Synode vorgestellt werden kann. „Es wird ein langer Weg vor uns liegen“, deutete er an, da wirklich vieles angepackt wird.

Auf die Vesperkirche im Januar blickten Superintendentin Ulrike Schimmelpfeng und Pastor Jörg Uwe Pehle voller Freude zurück und nach vorne auf den Kirchenkreisempfang im Juni, in dem es um das Schwerpunktthema Diakonie gehen wird. Kirche ist für die Menschen da, immer wieder auch mit neuen Angeboten. Vor allem aber, so führte die Superintendentin aus, gibt es in jeder Gemeinde immer eine Seelsorgerin oder einen Seelsorger. Bei allen Strukturveränderungen werde ab und zu die Sorge an sie herangetragen, dass ja kein Pastor mehr da sei. „Es ist immer eine Pfarrperson ansprechbar“, widersprach sie, das sei immer gewährleistet.

So sehr Kirche sich auch verändern und neuen Umständen anpassen mag, bleibt sie für die Menschen doch immer vor Ort und immer eine Anlaufstelle für vielerlei Anliegen. Das müssen nicht immer Notfälle sein, wurde in dieser Sitzung deutlich, das sind auch vielfältige Veranstaltungen und vor allem auch immer das persönliche Gespräch.

 

C.Dolle