„Jesus war unbequem“

Nachricht Bäderregion, 11. Mai 2026

Queen-Event-Gottesdienst der Jugendkirche Paulus

@C.Dolle

„I want to break free“ ist einer der prominentesten Songs der Band Queen. Im damaligen Video zum Song waren Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon als Hausfrauen verkleidet zu sehen, die aus ihrem Alltag ausbrechen wollten. „Wovon wollen Sie sich losreißen?“, fragte Rieke Strutzberg die Gemeinde in Barbis. Die Besucher des neuesten Event-Gottesdienstes der Jugendkirche Paulus durften per Smartphone ein Meinungsbild dazu erstellen.

Der Gottesdienst in der St. Petri-Kirche begann mit einem Knall, mit Konfetti, mit „Bohemian Rhapsody“. Anders als viele andere Gottesdienste, lauter, bewegter, rockiger. Das Team der JuKi hatte einiges vorbereitet, es gab (natürlich) viele Songs von Queen, Videosequenzen und Livemusik von Frank Bode. Dazu dann eben diesen interaktiven Einstieg der Predigt.

Krieg wurde häufig genannt, Stress, Krankheit, Zukunftsangst, Überarbeitung oder Ungerechtigkeit. Anders als im Musikvideo aus den 80ern, wo Freddie und die Band auf das Losreißen von Konventionen (etwas, das sich ja auch immer durch ihre Musik zog) anspielten. So lange sei es auch bei uns noch gar nicht her, dass die Rolle der Frau in der Gesellschaft eine ganz andere war als heute, erinnerte Rieke.

Auch Jesus wandte sich zu seiner Zeit gegen herrschende Konventionen, so ging ihre Predigt weiter. In den Seligpreisungen der Bergpredigt brach er gesellschaftliche Tabus, stellte eine neue Ordnung auf. Die Gesellschaftsordnung Gottes, in der alle Menschen gleichermaßen wertvoll sind, in der die Nächstenliebe das oberste Gebot ist. Ein Auftrag an uns. „Jesus war unbequem“, stellte Rieke fest. Auch wir als Christen und insbesondere die Jugendlichen als junge Christen dürfen und sollen sogar unbequem sein, weil es immer noch darum geht, Jesu Auftrag an uns in der Welt umzusetzen.

Ja, dieser Gottesdienst wurde gefeiert. Rockig, modern, für manche auch in der Kirche vielleicht unbequem. Aber es ging immer um die biblische Botschaft, und das sehr deutlich. Das Team machte sehr deutlich, dass sie sich auf alles beziehen lässt, dass es viele Möglichkeiten gibt, sie zu verbreiten.

In „The Show must go on“ – übrigens sehr reduziert und einfühlsam von Frank Bode interpretiert – ging es um Freddies Erkrankung und seinen bevorstehenden Tod. Es ist ein Song, der trösten kann, in Bezug auf Krankheiten, aber auch viel mehr. Weil wir durch Gott die Gewissheit haben, dass es Hoffnung gibt, dass die Show weitergeht. So beteten die Jugendlichen in den Fürbitten für diejenigen, die neuen Mut brauchen, die sich klein fühlen oder Angst haben. Ihnen könne Gott ein „Don’t stop me now“ mit auf den Weg geben.

Für das Zwischenmenschliche in Freundschaft, Familie oder Beziehung baten sie um Verständnis, Geduld und „a crazy little tring called love“. Und auch für viele Menschen „under pressure“ beteten sie und baten Gott um Frieden in Familien, Schule und zwischen Ländern. „Hilf uns, nicht nur an uns selbst zu denken, sondern gemeinsam zu handeln.“ Der Gottesdienst endete mit dem gemeinsamen „We will rock you“, dessen Botschaft eigentlich mehr zu „Rock my soul“ wurde, und persönlichen Segnungen.

Christian Dolle