„Siehe, ich mache alles neu“, heißt es in der Jahreslosung, die für Herzberg wie gemacht scheint. Dort nämlich schließen sich die Gemeinden Nicolai, Christus, Lonau und Sieber zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammen. Gefeiert wurde dies in einem Festgottesdienst mit viel Musik und einer Vorstellung aller ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden.
„Wie schön, in all die bekannten Gesichter zu sehen“, freute sich Pastorin Katharina Lopéz-Acuna, denn im Grunde ist ja gar nicht alles neu. Es ändern sich zwar die Strukturen, die christlichen Botschaften und die Menschen bleiben natürlich. Die Gesamtkirchengemeinde sei „etwas, das viele Jahre gewachsen ist“, so die Pastorin.
„Siehe, ich mache alles neu“, das bedeute auch, dass Gott den Rahmen vorgibt, den wir aber nach eigenen Vorstellungen füllen können. Oft, so bezog sie sich auf viele Aspekte des Lebens, rege sich bei uns Widerstand gegen Neues. Es kommen Verlustängste auf, darum zögern wir oft, uns auf Veränderungen einzulassen. Doch im Falle der Gesamtkirchengemeinde ist das Neue eben vor allem eine Anpassung an eine sich stetig weiterentwickelnde Welt.
Die Jahreslosung steht in der Offenbarung, ist also auch ein Versprechen an die Welt. Das Versprechen, dass Gott dafür sorgt, dass alles neu wird und somit auch eine Befreiung für uns. Es sei ein heilendes Neu, machte Katharina Lopéz-Acuna deutlich. Das Alte ist damit nicht wertlos, aber wir dürfen darauf vertrauen, dass die Veränderung zu etwas Gutem führt, dürfen sie als Chance begreifen.
Es war eine mutmachende Botschaft, die sich nicht nur auf die Situation der Herzberger Gemeinden bezog, die Katharina Lopéz-Acuna verbreitete. Untermalt wurde sie zum einen von Musik der Kantorei und des Chores unter der Leitung von Jörg Ehrenfeuchter und vielen gemeinsam gesungenen Liedern. Zum anderen gab es vor dem Altar tatsächlich einen Rahmen, in den die Kirchenvorstände und Gottesdienstbesucher ihre Fäden einweben konnten. Ein gemeinsames Bild eben, nicht immer planbar, nicht immer absehbar, was werden wird, aber sehr lebendig und aus der Gemeinschaft heraus entstanden.
Christian Dolle