Wann führt der digitale Raum zu Gefahren?

Nachricht Osterode, 17. März 2026

Elternabend in Osterode zum Thema Medienprävention

@M.Spillner

Chance, Vernetzung – aber auch Verantwortung und Gefahr. Die Welt in der Tasche: Die Schulleitungen der Grundschulen Lasfelde, Röddenberg, Dreilinden, Am Jacobitor, Sösetal, Wartbergschule sowie der Gemeinde Bad Grund in Gittelde und Eisdorf beschrieben das Internet in wenigen Worten – beim Elternabend „Kinder im Netz“ am Dienstagabend in der Grundschule Röddenberg. Der mit etwa 130 Eltern sehr gut besuchte Abend ging von einer Elterninitiative aus, die sich das Thema Medienprävention gewünscht hatte. Schon die Grundschulkinder im Alter von sechs bis zehn Jahren nutzen täglich Handys, Tablets, Fernsehen und Laptops. Im Internet begegnen ihnen Spiele, andere Menschen, Welten und Situationen, von denen Erwachsene oft nicht viel wissen. Im Intro kamen zunächst einige Kinder der Grundschule Lasfelde zu Wort, um aus ihrer Sicht der Dinge zu erzählen. „Hallo, wir sind Max, Kiki, Lisa, Luisa und Super Mario – aber die Namen sind eh ausgedacht, weil man das im Internet so macht“, stiegen die Schüler*innen in das sensible Thema ein und lieferten sogleich Umfrageergebnisse aus ihrer Grundschule. „Fast alle Kinder haben ein Smartphone und ein Tablet oder nutzen das der Eltern. Ungefähr 50% hatte schon mal Angst im Internet. Und einige haben online Freunde, die sie nicht kennen. Liebe Eltern, passt gut auf, was wir im Internet so machen.“ Genau auf dieses Thema ging Lisa Burgardt von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Kirchenkreises Harzer Land in ihrem Vortrag ein. Natürlich bieten Medien, sinnvoll genutzt, viele Lernmöglichkeiten, aber es bestehe auch die Gefahr einer Abhängigkeit – für Kinder und Jugendliche genauso wie für Erwachsene. Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder – und wichtige Begleiter in Sachen Umgang und Reflektion mit ausgewählten, digitalen Medien.  „Sie schauen sich viel von uns ab – und ihnen entgeht nicht, wie oft wir das Handy in der Hand haben, ziellos surfen oder abends auf dem Sofa Serien gucken.“ Auch ein kindersicheres Einrichten der Geräte mit eingeschränkten Nutzungsrechten sei sinnvoll. Es gelte zu beobachten, wann Ausprobieren, Nutzen und Genuss in eine Gewöhnung übergehen, um es gar nicht erst zu einer Sucht werden zu lassen. „Wie ist das Verhalten des Kindes, wenn die Bildschirmzeit vorbei ist? Reagiert es verärgert? Wie stark bestimmen Medien den Alltag – gegenüber Freunde treffen, Hobbys, bewusster Familienzeit und draußen sein?“, gab Lisa Burgardt mit auf den Weg.

Marco Wode vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Göttingen gab einen Überblick über die Gefahren, die das Internet mit sich bringt. „Smartphones, soziale Netzwerke und Onlinespiele gehören für junge Menschen selbstverständlich zum Alltag – gleichzeitig begegnen uns aus polizeilicher Sicht immer wieder Situationen, in denen der digitale Raum zu realen Gefahren führt.“

In seinem Vortrag ging es um den Umgang mit privaten Daten, das Recht am eigenen Bild, die Kontaktaufnahme durch Fremde, Cybermobbing, Fakeprofile und Cybergrooming sowie verbotene Bilder und Zeichen. Ein vertrauensvolles Miteinander in den Familien, Interesse, Wissen darüber, auf welchen Seiten und Spielen die Kinder unterwegs sind und gemeinsame Gespräche seien deshalb das A und O. „Wissen Sie zum Beispiel, wer Tralalero Tralala ist? Fragen Sie einmal Ihr Kind“, lautete eine Tipp für zu Hause.

Den Präventionsteams ist es ein wichtiges Anliegen, Kinder, Jugendliche und auch ihre Eltern dabei zu unterstützen, sicher und selbstbewusst mit digitalen Medien umzugehen. Sie sind deshalb regelmäßig in vielen Kindergärten und Schulen des Landkreises unterwegs und veranstalten Seminare zu digitalen Gefahren, einem sicheren Medienverhalten und möglichen Konsequenzen. Außerdem stehen sie – genau wie Lehrkräfte und Schulsozialarbeit – gerne für Gespräche zur Verfügung. Tipps zur Medienprävention sind zum Beispiel auch unter https://klicksafe.de, https://spieleratgeber-nrw.de und https://pegi.info.de zu finden!

Mareike Spillner