„Ich mag es, auf dem Weg zu sein“

Nachricht Osterode, 15. Juli 2026

Annika Heuerding ist die neue Pastorin für Osterode

@C.Dolle

Im Harzer Land ist Annika Heuerding keine Unbekannte. Zwei Jahre lang war sie Vikarin in der Gesamtkirchengemeinde Eichsfeld. Jetzt wechselt sie in ihre nächste Gesamtkirchengemeinde, nämlich nach Osterode. Seit dem 1. Juli ist sie die neue Pastorin im Team und freut sich auf die neuen Aufgaben.

„Frag mich aber bitte nicht, was ich mir vorgenommen habe“, sagt sie lächelnd, „erstmal ankommen.“ Das soll sie auch. In Osterode, im neuen Job und vor allem bei den Menschen hier. Die empfindet sie schon jetzt als ausgesprochen herzlich und fühlt sich mit jeder neuen Begegnung mehr willkommen.

Dass sie in Südniedersachsen bleiben wollte, stand für sie fest, dass sie überhaupt Theologie studiert und diesen beruflichen Weg geht, bedurfte einiger Ermunterungen. Zwar war sie schon früh durch Kindergottesdienste, Krippenspiele und Freizeiten, die sie auch als Teamerin begleitete, mit Kirche in Berührung, hatte aber eigentlich zuerst andere Pläne. „Das war schon cool und vieles auch sehr intensiv“, sagt sie, „aber zuerst wollte ich soziale Arbeit studieren.“

Damals fragte sie sich wie viele andere auch, ob Glaube denn tatsächlich Kirche und Gemeinde braucht. Heute ist sie überzeugt: „In Gemeinschaft wird es für mich ganz anders spürbar.“ Es war ihr damaliger Pastor, der sie auf die Idee brachte, sich für den Studiengang Theologie in Göttingen einzuschreiben. Gerade Latein, Griechisch und Hebräische lernen zu müssen war für sie ein Durchbeißen, durch das sie aber auch noch einmal viel dazulernte. „Es ist bereichernd, zu merken, was hinter den einzelnen Wörtern steht“, sagt sie.

Erst durch die Zeit in Duderstadt und die praktische Arbeit in der Gemeinde wusste sie aber endgültig, dass genau dies ihr Weg ist. „Da war ich mir wirklich sicher, dass ich Pastorin werden will“, sagt sie und lobt insbesondere auch die Zusammenarbeit mit Pastorin Christina Abel. Jetzt hat sie mit Pastor Sascha Barth, Vikarin Johanna Bode, Diakonin Iris Fahnkow und dem gesamten Kirchenvorstand ein neues Team um sich, in dem sie sich schon jetzt wohlfühlt.

Welche Akzente sie setzt, wird sich zeigen oder vielmehr wird sich aus der Arbeit mit den Menschen hier ergeben. „Ich mag es, auf dem Weg zu sein“, sagt Annika Heuerding und meint das bildlich wie auch wortwörtlich. „In der Natur zu sein erdet mich ganz gut“, fügt sie hinzu und erzählt, dass sie schon etliche Stempel der Harzer Wandernadel erwandert hat. Vielleicht ergeben sich auch daraus Formate, mit Menschen über den Glauben ins Gespräch zu kommen und sich eben gemeinsam auf den Weg zu machen.

Die Ordination findet erst nach den Sommerferien statt, nämlich am Samstag, den 22. August, um 16 Uhr in der Schlosskirche St. Jacobi.

Christian Dolle