„Die Krimis von Roland Lange hab ich alle echt gerne gelesen“, sagt Pastor Jörg Uwe Pehle. Theologe und Krimifan? Ja natürlich passt das zusammen. Und als Pastor für Kirche und Tourismus ist er ohnehin jemand, der Dinge (und Menschen!) zusammenbringt. Somit passt es auch gut, dass er Roland Lange nicht allein, sondern gemeinsam mit dem Musiker Dirk Heimberg nach Hahnenklee eingeladen hat.
„Harzhölle & Crime Melodies“ heißt das Programm, das die beiden am 9. Juli um 19 Uhr in der Bücherstube vorstellen werden. „Harzhölle“ ist der Titel von Roland Langes (noch) aktuellem Roman, die Crime Melodies von Dirk Heimberg sind sozusagen der Soundtrack dazu. Seit einigen Jahren schon treten der Krimiautor und der Front Porch Picking-Gitarrist gemeinsam auf, machen die Lesungen auch zu einer vielleicht auf den ersten Blick seltsamen Mischung.
„Es fällt uns oft ziemlicher Blödsinn ein“, sagt Dirk, „diese Frotzeleien auf der Bühne lieben wir.“ Roland stimmt ihm zu, betont aber auch: „Und die Musik passt wie die Faust aufs Auge zum Buch.“ Es geht also um das Gesamtpaket, wobei die spannende und teilweise düstere Handlung des Krimis natürlich den Ton angibt.
Es geht in „Harzhölle“ um einen Überfall auf einen Munitionstransporter im Harz, umj einen von völkischer Ideologie geprägten Ökohof und um einen tragischen Tod im Umfeld eines Pharmaunternehmens, den Detektiv Stefan Blume unter die Lupe nimmt. Ein Spannungsroman, der zwar im Harz spielt, aber nicht in erster Linie Regionalkrimi, sondern ein durch seine Themen bestimmter Thriller ist.
Das war Roland immer wichtig. Der Harz als Handlungsort, aber nicht nur, damit seine Leser jeden Schritt der Figuren im Kopf oder auf der Karte nachverfolgen können. Der eigentliche Fall muss im Mittelpunkt stehen, das war seine Devise und daher wurden die Bücher auch nicht nur in der Region, sondern auch darüber hinaus gelesen.
Dennoch wendet er sich jetzt von Blume ab und bringt mit „Auf Harz und Nieren“ eine ganz neue Reihe auf den Markt. Sie spielt im fiktiven Harzort Bollenstedt und nimmt den besonderen Menschenschlag noch genauer und vor allem noch augenzwinkernder aufs Korn. Natürlich gibt es auch wieder eine Krimihandlung, denn Hauptfigur Freddie Töpperwien bekommt es mit Kidnappern seiner Mutter zu tun, die 250 Blutkonserven als Lösegeld fordern. Vor allem aber geht es um die Dorforiginale, die, wie Roland sagt, ihm zum Teil in seinem Leben über den Weg gelaufen sind.
Premiere wird am 16. September beim Mordsharz-Festival in Wernigerode sein und bei den folgenden Lesungen ist dann auch Dirk wieder mit dabei. „Crime & Nashville Guitar Sound" wird es dann heißen. Dirk liebt nämlich den Nashville-Sound und bietet ihm auch auf seinem Youtubekanal (https://www.youtube.com/@DirkHeimberg) eine Bühne. „Nashville ist im Grunde gitarrenbetonter Country“, erklärt er, großzügiger instrumentiert und klassisch mit Jazz-Elementen. „Die Musik mag ich schon immer, du bekommst sie nur selten live zu hören“, sagt er. Seit zwei bis drei Jahren setzt er sich intensiver damit auseinander, bringt seine eigenen Interpretationen in die Songs.
Die Stimmung macht die Musik aus, so sagt er, es gibt eine Spannung, die zu Krimi passt, aber mit einer großen Portion Leichtigkeit, so dass es perfekt den schwarzhumorigen Roman ergänzt. „Zum Genießen, aber durchaus auch anspruchsvoll“, ergänzt Roland und meint damit durchaus auch seinen Krimi. Natürlich sei es ganz anders als die Blume-Reihe, irgendwie „Cozy Crime“, aber vielmehr ein liebevoll-augenzwinkernder Blick auf das Dorfleben in Bollenstedt. Wobei Bollenstedt natürlich überall im Harz ist.
Und vielleicht – wenn wir Glück haben – ist Bollenstedt am 9. Juni ja auch schon in Hahnenklee und wir bekommen schon einen kleinen ersten Einblick in das neue Projekt. Ansonsten ist es auf jeden Fall eine der letzten Gelegenheiten, „Harzhölle“ mit dem Soundtrack von Dirk noch einmal zu hören und für alle, die sich der Mischung aus Kirche und Tourismus verbunden fühlen, ja ohnehin Teil eines Abschieds oder Wendepunktes.
C.Dolle