Im Sozialen kürzen ist ein fatales Signal

Nachricht Osterode, 05. September 2026

Landtagskandidatin Pippa Schneider besuchte die Osteroder Tafel

@C.Dolle

„Unser Wunsch ist, dass das Ehrenamt gestärkt wird“, sagte Luise Schrader vom Vorstand der Osteroder Tafel. Außerdem wäre eine kontinuierliche langfristige finanzielle Unterstützung der Tafeln ein Wunsch an die Politik bzw. den Landkreis, weil dadurch eine bessere Planbarkeit ermöglicht werde. Pippa Schneider, Landtagsabgeordnete und Landratskandidatin der Grünen für den Kreis Göttingen war zu Gast, um sich über die Arbeit der Tafel zu informieren und zu ergründen, wo politische Hilfe nötig ist.

Grundsätzlich, so sind sich alle einig, wäre es wünschenswert, wenn der Staat seine Bürger*innen so versorgen würde, dass ein Verein wie die Tafel gar nicht notwendig ist. Pippa Schneider – sie ist u.a. Mitglied im Haushaltsausschuss – findet es fatal, dass die jetzige Bundesregierung immer im Sozialen kürzt, das sorge für Misstrauen in die Politik insgesamt. Auf die Frage, ob es da nicht ein fatales Signal ist, ausgerechnet Jens Spahn in den Haushaltsausschuss des Bundes zu wählen, sagte sie sehr deutlich: Es ist nicht gut, Jens Spahn irgendwohin zu wählen.“

Luise Schrader sowie Henning Willig und Friedhelm Meinecke vom Vorstand der Tafel erläuterten ihr und Almut Mackensen sowie Mona Brühne als Grünen-Vertreterinnen aus Osterode bzw. Bad Grund die Arbeit der Tafel. Täglich werden 36 Märkte in der Region angefahren, die Lebensmittel werden in Osterode sortiert und in Kisten gepackt und dann auch in die neun Ausgabestellen von Clausthal-Zellerfeld bis Duderstadt transportiert. Dort werden sie von aktuell etwa 120 Ehrenamtlichen an derzeit etwa 300 bis 350 Menschen ausgegeben. Der Gegenwert pro Kiste beträgt fünf Euro, wovon die Tafel die Spritkosten, die Kühlung etc. zahlen muss, somit also auf Spenden angewiesen ist.

Wie viel Arbeit, auch logistische, dahintersteht, war den Politikerinnen wie vielen Menschen gar nicht so wirklich bewusst. Daher waren sie froh, es einmal vor Ort mitzuerleben. Das Soziale ist Pippa Schneider und ihrer Partei an Anliegen, betonte sie, aber ganz direkt auch die Mobilität im Landkreis. Sie selbst nämlich nutze kein eigenes Auto, sondern fahre mit Bus und Bahn, was in Göttingen und den Mittelzentren recht gut, zwischen einzelnen Dörfern aber überhaupt nicht funktioniere. Damit teilt sie eine Erfahrung, die auch viele Kund*innen der Tafel tagtäglich machen.

Sie versprach, die Anliegen der Tafel auf jeden Fall – sei es nun als künftige Landrätin oder weiter als Landtagsabgeordnete – im Blick zu behalten. Der Tafel-Vorstand weiß das zu schätzen, da öffentliche Wahrnehmung für den Verein nun einmal enorm wichtig ist. Luise Schrader merkte aber auch an, dass es leider Politiker gebe, die sich nur vor Wahlen und sonst nie hier blicken ließen.

C.Dolle