„Nicht alles, was wir haben, haben alle Menschen“, stellen Faten, Miray, Madita, Tjara und Fiona fest. Die fünf Schülerinnen des Tilman-Riemenschneider-Gymnasiums haben im Rahmen einer Projektwoche vor den Herbstferien eine Woche lang bei der Osteroder Tafel gearbeitet. Was sie vor allem mitnehmen: Dankbarkeit. Und die Erfahrung, wie viel Arbeit hinter dem Ehrenamt bei der Tafel steht.
Sie und etliche andere durften während der Projektwoche in den verschiedenen Bereichen der Tafel mitarbeiten und sich einen Einblick verschaffen. Einige begleiteten die Lkw auf ihrer Tour zu den Supermärkten, wo die Lebensmittel abgeholt werden. Andere halfen beim Aussortieren und Packen der Kisten, bei der Ausgabe an die Kunden oder dem erneuten Verladen, um Kisten an die verschiedenen Ausgabestellen zu bringen.
Wertschätzung haben sie gelernt, sagen Faten, Miray, Madita, Tjara und Fiona. Und: „Es ist krass!“. Krass, was alles hinter den Kulissen passiert, was sie vorher gar nicht wussten. Krass auch, welche Lebensgeschichten sie zum Teil von Kundinnen und Kunden und auch den Ehrenamtlichen gehört haben. Die Erkenntnis, wie schnell jemand auf Hilfe wie die der Tafel angewiesen sein kann, und auch, wie wichtig ein soziales Netzwerk für unsere Gesellschaft ist.
Genau das wollte Tobias Rusteberg, der das Projekt anbot, erreichen. „Dieser Ort ist so inspirierend und erdend, dass man gar nicht früh genug anfangen kann, hier Erfahrungen zu sammeln“, sagt er. Er möchte seinen Schülerinnen und Schülern einen Blick auf ihr Konsumverhalten nahebringen, den Umgang mit Lebensmitteln und eben jene Wertschätzung, die bei seinen Schülerinnen offenbar angekommen ist.
Eine der Ausgabestellen der Osteroder Tafel ist die gerade erst neu eingerichtete in der Kirche in Barbis. Und auch hier zeigt sich schon jetzt, wie gut sie angenommen und aus ganzem Herzen unterstützt wird. Eckhard Fiedler brachte zur jüngsten Ausgabe etliche Kartons mit Spielzeug, Büchern und einigem mehr mit, die Petra Piernitzki und Birgit Hassepaß freudig entgegen nahmen.
Die Spenden stammen aus der Kindertagespflege, die er mit seiner Frau und Tochter leitete und deren Überbleibsel der ehemalige Zollbeamte in Göttingen jetzt nach und nach abgibt. „Viel haben wir auch schon verkauft, unter anderem ein großes Baumhaus“, erzählt er. Was jetzt noch da ist, soll als Spende weitergegeben an jene werden, die die Unterstützung nötig haben.
„Da kommt noch mehr“, droht er Petra Piernitzki und Birgit Hassepaß grinsend an, nachdem er alle Kartons abgestellt hat. Ja, Geben macht offenbar wirklich glücklich.
C.Dolle