Vesperkirche - Nachberichte

Vesperkirche im Harzer Land setzte ein deutliches Zeichen

@M.Spillner

„Das Lächeln und die Gemeinschaft nehmen wir mit nach Hause“

Bei Nudelsuppe oder Baklava zusammensitzen und ins Gespräch kommen, miteinander reden statt übereinander, gemeinsam lachen und das vielfältige Kulturprogramm genießen – genau das war bei der 2. Vesperkirche in der Schlosskirche in Osterode von Freitag bis Sonntag Programm! Alle an einem Tisch – Klein und Groß, alle Konfessionen, verschiedenste Nationen. „Ich bin begeistert, wie eindrucksvoll dieses Motto bei der Vesperkirche gelebt wird – und wie viel hier los ist“, zeigte sich Osterodes Bürgermeister Jens Augat zum Auftakt am Freitagmittag begeistert. „Kirche soll die Menschen verbinden“, sagte Superintendentin Ulrike Schimmelpfeng. Und genau dieses Konzept ging auf. Beim gemeinsamen Essen kamen viele ins Gespräch, eben genau so, wie es am gemeinsamen Mittagstisch üblich ist. Zwanglos, zu allen möglichen Themen, sozusagen über Gott und die Welt.

Jeder Tag startete um 12 Uhr mit einem geistlichen Impuls, Liedern zum Mitsingen und einem gemeinsamen, kostenlosen Mittagessen – leckeres Chili sin Carne, Nudelsuppe und Gemüsecurry am Tisch serviert. Anschließend gab es Livemusik von der Trommelgruppe der Harz Weser Werke, Stefan Kienzle und André Wenauer an Saxofon und Klavier, dem Jugendchor Osterode unter der Leitung von Jörg Ehrenfeuchter, dem Posaunenchor Lerbach (diesmal ohne Posaune, dafür mit Flügel- und Tenorhörnern), dem Popchor Offbeat, dem Trio Beauty & Grey und orientalischem Flötenspiel von Kassem Almasri, Musik und Tanz, bei dem viele spontan mitmachten. Der Tag schloss gegen 16.30 Uhr nach Kaffee, Tee und Kuchen bei Segen und Gesang. Die Vesperkirche wurde eben so richtig gefeiert und zelebriert. Für Kinderbetreuung, Kuscheltier- und Puppentaufe sowie die Vorstellung einiger sozialer Akteure aus der Region wie der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention, dem SoVD Osterode und dem LEB-Bildungszentrum war ebenfalls gesorgt. Und vordergründig ging es vor allem um die Gemeinschaft und das Miteinander, die zum Kern des Glaubens gehören. Dabei waren die, die in der Gesellschaft oft nicht gesehen werden, mittendrin! Es wurden Gespräche mit Bekannten und Unbekannten geführt – sogar kleine Freundschaften entstanden und Geburtstage wurden gefeiert. Eine Frauengruppe lernte sich zum Beispiel Freitag bei der Vesperkirche kennen – und traf sich, weil es ihnen so gut gefiel, kurzerhand jeden Tag dort wieder. Und so hatte das Format schnell Dauergäste, über das Wochenende mehrere hundert, es war ein stetiges Kommen und Gehen.

Dank enger Vernetzung in der Region griff alles ineinander, verschiedene Akteure trugen zum Gelingen bei. Das fing an beim Organisationsteam über die Musiker, die Techniker bis zu den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und allen, die irgendwo mit anpackten. Und dieser Geist übertrug sich ganz offensichtlich auch auf die Gäste. Genau diese Ungezwungenheit, die viele intensive Begegnungen und Gespräche ermöglichte, machte die Vesperkirche aus. Das sah auch der Präsident des Landeskirchenamtes in Hannover, Dr. Jens Lehmann, so. „Alle an einem Tisch – Vielfalt unterm Kirchendach“ wurde durch diese Veranstaltung wieder einmal Wirklichkeit und setzte somit erneut ein kirchliches, aber auch gesellschaftliches Zeichen. Und Pastor Jörg Uwe Pehle schloss nach ganz viel Helferdank: „Die Vesperkirche ist nun zwar zu Ende, aber das Lächeln, die Gemeinschaft, die Freundlichkeit, das Miteinander nehmen wir mit nach Hause“. Bis zur nächsten Vesperkirche 2027!

Mareike Spillner

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Impressionen der ersten Vesperkirche 2025

@P. Utermöller

Vesperkirche vom 16.-19.1.2025

 

„Hier wird nicht nur ein Dach über dem Kopf geschaffen, sondern etwas, das weit über das Materielle hinausgeht“, sagte Bürgermeister Jens Augat zum Auftakt der ersten Vesperkirche in Osterode. Genau ist auch das Ziel des Kirchenkreises Harzer Land, der vom 16. bis 19. Januar (also noch bis Sonntag) täglich zu „Alle an einem Tisch“ einlädt.

Der erste Tag startete um 12.30 Uhr mit einem gemeinsamen kostenlosen Mittagessen, anschließend gab es Tanz und Musik, für Kinderbetreuung und die Vorstellung einiger sozialer Akteure aus der Region war gesorgt und es ging vor allem ums Miteinander. Dabei sollten die, die in der Gesellschaft oft nicht gesehen werden, mittendrin sein, es sollten Gespräche mit Bekannten und Unbekannten geführt werden.

Kirche soll verbinden, so drückte Superintendentin Ulrike Schimmelpfeng es aus. „Wir sind ziemlich verschiedene Menschen, in Gottes Augen aber haben wir alle die gleiche würde.“ Und genau dieses Konzept ging auf. Bei Erbsensuppe kamen viele ins Gespräch, eben so, wie es am gemeinsamen Mittagstisch üblich ist. Zwanglos, zu allen möglichen Themen, sozusagen über Gott und die Welt. Was vom Essen übrig blieb, wird natürlich nicht weggeworfen, sondern geht an Foodsharing in Clausthal-Zellerfeld.

Die Sweet Chilis (Tanzgruppe des MTV Osterode und der Harz Weser Werke) sorgten anschließend für Auflockerung, danach boten Mariella & Jano (ein junges Duo aus Osterode) akustische Musik und natürlich gab es auch noch Kaffee und Kuchen. Abwechslung, hohes Niveau, professionelle Organisation und Technik und vor allem lauter Menschen mit einem Lächeln auf den Lippen. Alles in allem ein gelungener Auftakt, der die Schlosskirche mit Leben füllte.

Für Freitag stehen Frank Bode und der Jugendchor unter der Leitung von Jörg Ehrenfechter auf dem Programm, Samstag die Family Band von Lingen und Sonntag Sejoud & Faten sowie der Posaunenchor Bad Sachsa. Start ist jeweils ab 12 Uhr bzw. 12.30 Uhr mit dem Mittagessen. Eingeladen ist jeder, der Hunger hat, der Livemusik erleben will, der nette Gespräche führen möchte oder auch einfach nur mal neugierig ist, was die Kirche da eigentlich so macht.

@Christian Dolle

Die Vesperkirche im Harzer Land setzte ein deutliches Zeichen

Die Kirche sollte zu einem offenen Treffpunkt für alle werden. Ein gemeinsames Mittagessen, auch für diejenigen, die sonst allein sind oder sich nur schwer eine warme Mahlzeit leisten können. Livemusik, die zeigt, wie viel Kultur das Harzer Land zu bieten hat. Vor allem aber Gemeinschaft und Miteinander, die zum Kern christlichen Glaubens gehören. Spoiler: Das Vorhaben ist mehr als gelungen.

Von Donnerstag bis Sonntag war die Schlosskirche in Osterode geöffnet und hatte ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Das sprach sich offenbar rum, denn es wurden immer mehr Menschen, die sehen wollten, was dort eigentlich los war. Dank enger Vernetzung in der Region griff alles ineinander, verschiedene Akteure trugen zum Gelingen bei. Das fing an beim Organisationsteam über die Musiker, die Technik, die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und alle, die irgendwo mit anpackten.

Dieser Geist übertrugt sich ganz offensichtlich auch auf die Gäste. Viele nahmen sich Zeit für Gespräche, natürlich für das Essen und für die Musik. Am Samstag spielte die Family Band von Lingen, die mit Pastor Gerhard von Lingen in Osterode eine lange kirchliche Geschichte hat und diese in ihrer Musik lebt und erzählt. Ob nun einfach nur als wohlklingende Hintergrundkulisse oder aber zum Zuhören bei vielsagenden Texten, blieb jedem selbst überlassen.

Genau diese Ungezwungenheit, die aber viele intensive Begegnungen und Gespräche ermöglichte, machte die Vesperkirche aus. Das sah auch der Präsident des Landeskirchenamtes in Hannover, Dr. Jens Lehmann, so. „Es ist ein anderes Bild von Kirche“, sagte er, und bezog das sowohl auf die ungewöhnliche Sitzordnung als auch auf Inhaltliches. Ein modernes Bild von Kirche, ein gemeinschaftliches. Kirche verbindet, nahm er als Erkenntnis mit, verbindet Menschen aller Altersklassen, aller sozialen Schichten und sogar über Religionsgemeinschaften hinaus.

Dass das im Harz möglich ist, erzähle der Jurist und Verwaltungsexperte aus Pöhlde, den viele auch durch das Diakonische Werk kennen, Kolleginnen und Kollegen in Hannover schon lange. Die Vesperkirche ist für ihn ein weiterer Beweis dafür. Und ja, es war eine lebendige Kirche, eine, die sich um die Menschen drehte, eine, die sich öffnet und dadurch zu einem Safe Space für viele wird. „Alle an einem Tisch – Vielfalt unterm Kirchendach“ wurde durch diese Veranstaltung Wirklichkeit und setzte somit ein kirchliches, aber auch gesellschaftliches Zeichen.

Christian Dolle