Über multiprofessionelle Teams und attraktive Pfarrstellen

Nachricht Kirchenkreis, 19. September 2019
Die Kandidaten zur Synodalwahl stellten sich vor. Foto: Mareike Spillner

Neun Kandidaten für die Synode standen beim Kirchenkreistag Rede und Antwort

Neun der elf Kandidatinnen und Kandidaten für die künftige Synode nahmen am Freitag an der Sitzung des Kirchenkreistages in der zünftig im Oktoberfest-Gewand geschmückten Festhalle in Dorste teil und berichteten vor vielen Delegierten der Kirchengemeinden über ihre Ziele im neuen „Parlament“ der Hannoverschen Landeskirche. Dieses setzt sich aus Mitgliedern aus allen Kirchenkreisen zusammen und wird in zehn Wahlkreisen gewählt.

Steffen Creydt, Kirchenamtsleiter im Kirchenkreis Göttingen, möchte sich für eine „sinnvolle Pastorenausbildung“ und das Voranbringen multiprofessioneller Teams einsetzen: „Als Mitglied des Finanzausschusses der Synode ist mir eine faire Geldverteilung wichtig – vor Ort in den Gemeinden ist es am besten aufgehoben.“

Diakonin und Sozialarbeiterin Ronja Schönfeld aus dem Kirchenkreis Leine-Solling rief dazu auf, Ideen kurzfristig und schneller umzusetzen: „Die Zukunft liegt in projektorientierten Angeboten für verschiedene Zielgruppen.“ Kirche müsse sich verändern und „mobil“ sein, die Aufgaben gut und klar verteilt werden.

Pastor Dr. Uwe Brinkmann aus dem Kirchenkreis Harzer Land machte deutlich, dass attraktive Pfarrstellen geschaffen werden müssen. „Die Frage ist: Wie kriegen wir das hin?“ Ziel der Kirche müsse es sein und bleiben, den Menschen weiterhin ein Zuhause zu geben.

Corinna Engelmann, Pastorin im Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder, möchte sich für die Kinder- und Jugendarbeit einsetzen. Außerdem betonte sie die wichtigen diakonischen Aufgaben in einer Gesellschaft, in der die Spaltung zwischen Arm und Reich immer tiefgreifender werde. „Die nächsten Generationen dürfen uns nicht verloren gehen.“

Harald Möhle, Pastor im Kirchenkreis Leine-Solling, ermutigte, die eigenen Stärken zu sehen: „Unsere Angebote werden nachgefragt“. Sie müssten nur noch stärker wertgeschätzt werden. Die Attraktivität der ländlichen Gemeinde könnte erhöht werden durch Gemeindemanagement, überschaubare Gemeindegebiete, eine Entlastung von Papierkram, Teamarbeit sowie eine gerechte Verteilung der Kirchensteuereinnahmen.

Petra Utermöller, Hausfrau aus dem Kirchenkreis Harzer Land, stellte fest, dass die Arbeit mit Kindern eine enorm wichtige Aufgabe sei, damit es nicht zum Traditionsabbruch komme. Zudem sprach sie ein Thema an, das vielfach gar nicht so bewusst sei: „Wir sollten unsere evangelischen Friedhöfe als 'Schätze' erkennen.“

Marius Steinwachs, Lehrer aus dem Kirchenkreis Leine-Solling, betonte die Bedeutung der Teamarbeit unter den Pfarrämtern und Gemeinden: „Mir ist es aber auch wichtig, nicht allein über Pfarrstellen nachzudenken, sondern auch Kindertagesstätten, Konfirmanden- und Jugendarbeit im Blick zu behalten.“ Die Synode habe die Aufgabe, das Ehrenamt zu stärken, findet er.

Maximilian Hermann Freitag, Anlagenmechaniker aus Northeim, betonte als jüngster Kandidat erneut die Bedeutung der Jugendarbeit: „Ohne kommen wir nicht weiter. Wir müssen die Kirche für Jugendliche attraktiver machen und für Gemeinschaft sorgen, auch mal mutig sein und verrückte Ideen umsetzen.“

Marie Kleinhans vom Kirchenkreis Hann. Münden, die Maschinenbau an der TU Braunschweig studiert, sprach sich ebenfalls für die Jugendarbeit aus. Außerdem benannte sie den Klima- und Umweltschutz als ein Schwerpunktthema.

Zusätzliche zur Vorstellung vor dem Kirchenkreistag war eine Broschüre mit den Kandidaten zur Synodalwahl allen Wahlberechtigten zugesandt worden. Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher, Pastorinnen und Pastoren sowie die Mitglieder des Kirchenkreistages des Kirchenkreises Leine-Solling sind zur Wahl der nächsten Synode der Hannoverschen Landeskirche aufgerufen. Elf Kandidatinnen und Kandidaten haben sich für den gemeinsamen „Wahlkreis IV“ in Südniedersachsen aufstellen lassen.

Mareike Spillner